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Legal Design meets Bucerius Executive Education ⚖

This is Legal Design hatte diese Woche die Ehre, für das Bucerius Spin-Off Forum des Bucerius Center on the Legal Profession einen interaktiven Workshop zum Thema „Legal Design“ zu moderieren. Mit der M&A Boutique Raschke von Knobelsdorff Heiser hatten wir dabei einen großartigen Gastgeber an unserer Seite.


Um greifbar zu machen, wie Juristen mit Legal-Design-Methoden mensch-zentrierte Lösungen für komplexe Probleme entwickeln können, haben wir die teilnehmenden Partner und Associates direkt an einer Kanzlei-Challenge arbeiten lassen: Unproduktive Meetings.


⚖🧠 Legal Design für ein klares und gemeinsames Problemverständnis


Meetings sind eine Herausforderung – da sind wir uns einig. Es stellt sich jedoch die Frage: Welche Probleme sind es genau, die Meetings immer wieder zu einer Herausforderung werden lassen und wie stellt sich diese aus unterschiedlichen Perspektiven dar? Um das herauszufinden, haben unsere Teilnehmer in einem von uns angeleiteten Brainstorming unerfüllte Bedürfnisse bei und Erwartungen an Meetings herausgearbeitet. Dies ermöglichte ihnen, eine konkrete Fragestellung zu entwickeln, für die es im Folgenden Antworten zu finden galt:


Wie können wir Junior Associates in einem „Hippo“-getriebenen Umfeld helfen, ihre Rolle in Meetings klarer zu definieren und möglichst produktiv zu diesen beizutragen?


[Hippo = Highest paid person’s opinion 🦛]



💡🧩Legal Design für nutzerzentrierte und neue Lösungen


Innerhalb kürzester Zeit hatte das Team eine Vielzahl an Ideen zusammengetragen. Wichtig war, dass die verfügbaren Lösungsansätze nicht einfach nur diskutiert wurden. Es entstand direkt ein Storyboard, auf welchem die als besonders entscheidend wahrgenommenen Ideen in ein anschauliches Szenario eingebettet werden konnten.



Vor jedem entscheidenden Meeting, an dem auch Junior Associates beteiligt sind, soll es mit diesen eine kurze Vorbesprechung mit ihrem Mentor geben. Schon vor dem Meeting werden Ablauf, Erwartungen, Rollen, Aufgaben und Regeln geklärt. Im Meeting selbst, verschafft der Mentor seinem Mentee bei Bedarf Gehör. Bei komplizierten Nachfragen und unangenehmen Situationen hält er ihm oder ihr den Rücken frei. Regelmäßig gibt es ein Debrief, in welchen geschaut wird, wie die Meetings verlaufen sind und was beide Seiten verbessern könnten.


Hierdurch soll eine Atmosphäre geschaffen werden, in der junge Anwältinnen und Anwälte ihr überdurchschnittliches Knowhow und Können, für das sie schließlich eingestellt wurden, in Kanzlei-Meetings voll entfalten können, ohne von den herrschenden Strukturen darin behindert zu werden – sei es z.B., weil ihnen kein Raum gegeben wird, sich zielführend vorzubereiten, sei es der Tatsache geschuldet, dass sich nur ein bestimmter Persönlichkeitstyp durchsetzt, oder weil das Gefühl vorherrscht „Ich habe hier eh nichts zu melden“.


🚀 Legal Design für schnelle Umsetzung und stetige Verbesserung


Dem Pitch des Konzepts folgte – neben höchstem Lob – konstruktives Feedback von unserer Seite, auf Basis dessen die Idee in einer nächsten Iterationsschleife weiterentwickelt und verfeinert werden könnte.



  • Wer und wie ist dieser Mentor? Wann kommt er ins Spiel?

  • Wie baut man am besten diese persönliche Beziehung auf?

  • Wie könnte man bewirken, dass alle Meeting-Teilnehmer gemeinsam die Rolle eines solchen Mentors erfüllen?

  • Woher kommt das Gefühl der Unsicherheit bzw. eine gewisse Form von Zurückhaltung?

  • Und – ganz wichtig: Würdet ihr eure Idee umsetzen?


Tatsächlich hat ein Partner im Anschluss direkt gemeldet, dass er diesen Prozess gerne noch mal in-house mit seinem gesamten Team durchlaufen wollen würde, um die kanzleispezifischen Problembereiche zu analysieren und gemeinsam unter Anleitung von This is Legal Design anzugehen.


Das Problem ist verbreitet. Auch das Team um Dr. Ilja Czernik von SKW Schwarz und Carsten Kindermann von LKzwo hat sich zu Beginn des Jahres bei unserem offenen Legal Design Workshop mit den Legal Hackers Berlin mit der Frage befasst: "Wie können wir dafür sorgen, dass wir von unseren jungen Associates ungefiltertes Feedback erhalten und diese ihr gesamtes Potential bei uns entfalten können?"


Das Neue an unserem Legal Design Ansatz ist, dass wir Methoden vermitteln, mit denen sich ganz konkrete Lösungen und Handlungsansätze entwickeln lassen. So kommt man von dem allgegenwärtigen „Man müsste mal“ innerhalb kürzester Zeit zu validen und innovativen Ansätzen von „So machen wir es jetzt“, die sich direkt in Form von einfachen Prototypen testen lassen. Anstatt sich in Diskussionen darüber zu verstricken, wie etwas theoretisch funktionieren könnte, regt Legal Design dazu an, schnell durch gezieltes Experimentieren herauszufinden, was in der Praxis tatsächlich den gewünschten Effekt hat.


"In 90 Minuten lässt sich die Welt von Juristen noch nicht auf den Kopf stellen.

Für einen Startschuss braucht es jedoch nicht viel mehr!"



(Coaches v.l.n.r.: Dario Dill, Lina Krawietz und Alisha Andert, LL.M.)


Natürlich haben auch wir uns Feedback zu unserem „Legal Design Meeting“ geben lassen. Dabei wurde erfreulicherweise bemerkt, dass es schön gewesen wäre, wenn neben den Partnern und einem Senior Associate tatsächlich noch ein paar Junior Associates dabei gewesen wären, um deren Perspektive noch besser vertreten zu haben. Unser „Jumpstart“ und „ein bisschen Überraschungsmoment“ wurden als hilfreich empfunden, um offen an die Methoden heranzugehen. Dennoch hätten sich die Teilnehmer, trotz der sehr knappen Zeit, noch ein bisschen mehr Input zum „Warum“ gewünscht, um besser verstehen zu können, worauf es bei den angewandten Methoden im Einzelnen ankommt. Da dies bei allzu kurzen Formaten eine besondere Herausforderung darstellt, werden wir uns als nächstes überlegen, wie wir bereits im Vorfeld eine erste Wissensbasis schaffen können, z.B. indem wir mit der Einladung ein kurzes Video verschicken o.ä. Welche Lösung sich dafür am besten eignet, werden wir in nächster Zeit ausgiebig testen. Und wer weiß, vielleicht landet ein erster Prototyp demnächst auch in Ihrem Postfach ;-)


Wir danken

Dr. Dominik Ziegenhahn, von Raschke von Knobelsdorff Heiser und

Emma Ziercke vom Bucerius Center on the Legal Profession,

die diesen Workshop möglich gemacht haben,

allen Teilnehmern für Ihren tollen Input

&

freuen uns jetzt schon auf die nächste Zusammenarbeit.

Stay tuned!

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